Turopolje Schwein

Geschichte: Turopolje-Schweine (kroat.: turopoljska svinja) sind nach der Region „Turopolje“, die zwischen Zagreb und Sisak am westlichen Save-Ufer in Kroatien liegt, benannt. Ursprünglich kamen sie in der gesamten oberen Save-Niederung vor und wurden als die wohl typischste Schweinerasse dieser Region angesehen.

turopolje2.jpgDas Turopolje Schwein stammt vom inzwischen ausgestorbenen Siska-Schwein, einem Abkömmling des mitteleuropäischen Wildschweins, ab. 1958 konnten noch 58.000 Turopolje Schweine gezählt werden. Seither wurden immer wieder Einkreuzungen vorgenommen, um die Nachfrage nach mehr Magerfleisch und weniger Fett (Speck) zu decken. Abbildungen lassen vermuten, dass ein verwandtschaftliches Naheverhältnis zum Krainer Landschwein und somit zu längst ausgestorbenen heimischen Schlägen (Gurktaler Schwein) besteht. Durch indirekte Kriegsfolgen des 1991 ausgebrochenen Krieges in Kroatien wurde der Bestand reinrassiger Tiere stark dezimiert. 1993 gab es nur mehr einen einzigen alten Schweinehirten (Mohar) mit ca. 20-30 Tieren. Er musste die Tiere aus Sicherheitsgründen im Stall halten, bei unzumutbaren Kosten (bei Weidegang

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bekommt jedes Tier nur 2 Maiskolben täglich). Damals wurde die Organisation SAVE, der Tiergarten Schönbrunn und der VEGH mit großem Aufwand aktiv, es wurden zur rückwärtigen Sicherung Tiere angekauft, die im Februar 1995 in Österreich für Nachwuchs sorgten.

Das Besondere am Turopolje:

Turopolje Schweine sind sehr robust, Kälte resistent und resistent gegenüber allen üblichen Schweinekrankheiten.
Sie kennen keine Stresszustände und stellen geringe Ansprüche an Haltung und Fütterung. Ganzjährige Haltung im Freien ist problemlos möglich. 

Leistung:

Die Turopolje sind eine spätreife Rasse, die mit 2 Jahren ausgewachsen sind, mit 1 bis 1 ½ Jahren oder mit ca. 100 kg gedeckt werden sollten. Sie bringen in 2 Jahren 3 Würfe zu je 6 Ferkel (meist aber darüber bis max. 10 Ferkel je Wurf). In Österreich ist es sehr schwierig Angaben über die „Leistung“ zu machen da dies sehr stark mit der Art der Haltung und Fütterung zusammenhängt. Wichtig ist, eine den Tieren artgerechte Haltung (Freilandhaltung) zu bieten dann können die Turopolje Schweine ihre wahre Leistung (sehr gute Raufutter-Verwerter, Langlebigkeit usw. entfalten. Die Tiere werden bis zu 250 kg schwer. 

Aussehen der Turopolje Schweine: Mittelgroß, Grundfarbe blond (d.h. weiß bis grau), darauf kleinere und größere schwarze Flecken in verschiedener Anzahl über den ganzen Körper verteilt, starker Kopf, breite Stirn, nahezu gerade Profillinie, Rüssel halblang, Ohren lang, breit, halbhängend, Hinterhand abgerundet, Füße kurz und stark, Schwanz meist schwach geringelt. turopolje4.jpgÄußere Schleimhäute rosa, die Haut am Rücken, auch unter den weißen Borsten ist schwarz, Borsten dicht am ganzen Körper von gleichmäßiger Stärke und gewöhnlich geradeund glatt anliegend, gelegentlich leicht gekraust.

Vom Aussterben bedroht:

Seit 2001 ist der „Verein zur Erhaltung gefährdeter  Haustierrassen“ anerkannter Zuchtverband für die Turopolje Schweine in Österreich. Innerhalb des VEGH wurde eine Sektion, die Interessengemeinschaft Turopolje Schweine Züchter, gegründet, die 25 Mitglieder in ganz Österreich betreut.2001 hat der VEGH alle Zuchttiere der 25 Züchter, die sich am Generhaltungsprogramm beteiligen markiert, mit dem Tipy Fix System Genproben entnommen und zur Untersuchung bereitgestellt. Alle markierte Tiere wurden mit den bekannten Vorfahren in das Herdebuch (Optimate Programm) aufgenommen. Alle Herdebuchtiere und nur deren Nachkommen, die im Herdebuch eingetragen sind, sind förderungsberechtigt. Die Förderung im ÖPUL Programm beträgt für Zuchtsauen € 87.- und für Zuchteber € 174.-! Voraussetzungen: Mitgliedschaft im VEGH, in der IG, und dass die Tiere markiert und im Herdebuch eingetragen sind.

Warum die Rasse erhalten?

Das Turopolje Schwein unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen Schweinerassen, weist Qualitäten auf,turopolje.jpg (hervorragende Fleisch- und Speck-Qualität), die auch für die Zukunft erhaltenswert sind. Turopolje sind anspruchslos bezüglich Futterqualität und ertragen extreme Witterung ohne Probleme.

Somit eignen sie sich vorzüglich für eine extensive Weidehaltung, biologische Landwirtschaft und ergeben somit für interessierte Bauern einen guten Zuerwerb.

Zukunft der Turopolje Schweine

  Die IG wird sich bemühen, weitere Züchter zu finden. Besonderes Augenmerk wird auf die Vermeidung von Inzucht gelegt. Weiters soll die Vermarktung von Fleisch und Ferkeln unterstützt werden. Alle Interessierten und Neueinsteiger werden gerne von den Züchtern oder dem Spartenbetreuer Karl Christian Schardax, beraten. (Quelle: turopolje.at )

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